Prosit Neujahr in voller Stadthalle

Kammerorchester Wernigerode und Ehepaar begeisterten bei Konzert

von Agnes Dürr

Homberg – „Was gibt es schöneres, als das neue Jahr mit guter, schwungvoller Musik zu beginnen,“ begrüßte Anja Kukuck-Peppler, Vorstandsmitglied der VR-Partnerbank, die Besucher des Neujahrskonzertes 2019. Die Plätze in der Homberger Stadthalle waren fast ausverkauft an diesem Sonntagnachmittag. Das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode mit dem künstlerischen Leiter und Dirigenten Christian Fitzner zog die Zuhörer schnell in den Bann der Musik: Schwungvolle Stücke aus Operette und Oper sowie Walzer, Märsche und Polkas der Wiener Komponisten Johann Strauß (Vater und Sohn) und Franz Lehár passen gut, um das neue Jahr zu eröffnen. Die humorvolle Moderation Fitzners schlug ebenfalls schnell eine Brücke zum Publikum. Als Solisten glänzte das Ehepaar Anja Kaesmacher (Sopran) und Heiko Börner (Tenor) aus der Nähe von Gießen. Zur Eröffnung erklang ganz klassisch die Ouvertüre der Oper „Hochzeit des Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Philharmonische Kammerorchester zeigte sich einmal mehr als facettenreifacettenreicher, interessant musizierender Klangkörper. Da wurde im „Spanischen Walzer“ von Emil Waldteufel ein ganzes Land mit seiner Lebensart vorgestellt sowie eine rasend schnelle Polka „Im Sturmschritt“ von Johann Strauß (Sohn) interpretiert. Viele Tempi- und Stilwechsel erklangen im „Embassy Waltz“ aus „My Fair Lady“ von Frederick Loewe. Mit viel Gelächter wurden die Besucher beim „Seufzer Galopp“ von Johann Strauß (Vater) eingebunden – der Galopp gerät durch die Seufzer immer wieder ins Stocken, um stets wieder neu in Fahrt zu kommen. Begeisterungriefen die beiden Solisten hervor: Kaesmacher mit strahlendem Sopran, der warm in den Tiefen erklingt, sang unter anderem „O mio babbino“ aus „Gianni Schichi“ von Giacomo Puccini, „Al pensar“ von Ruperto Chapi, eine wunderbare spanische Arie und „Einer wird kommen“ aus dem „Zarewitsch“ von Franz Lehár. Kraftvoll und voluminös erklang der Tenor Börners, der mit starker Bühnenpräsenz unter anderem das tragische „Vesti la giubba“ aus „Bajazzo“ von Ruggero Loencavallo und augenzwinkernd „Gern hab´ ich die Frau´n geküßt“ aus „Paganini“ von Lehár interpretierte. Gemeinsam sang das Ehepaar das Uhrenduett aus „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß (Vater), ausdrucksstark und voller Empfindungen. Das Konzert endete nach dem Vorbild des Neujahrskonzertes der Wiener Philharmoniker: Mit dem Donau- Walzer von Johann Strauß (Vater). Die Zuhörer erklatschten sich drei Zugaben, die nur zu gerne von Orchester und Sängern gewährt wurden. Nach einem „Prosit Neujahr“ der Orchestermitglieder und dem Radetzky-Marsch von Johann Strauß (Vater) war endgültig Schluss.

Von Opernstücken und Walzern bis zu schwungvollen Märschen und Polkas: Das Solisten-Ehepaar Heiko Börner und Anja Kaesmacher bot mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode ein facettenreiches Programm in der fast ausverkauften Homberger Stadthalle. FOTO: AGNES DÜRR