Der Kunde will’s bequem

VR PartnerBank: Regionale Bindung in Zeiten des Wandels

von Ulrike Lange-Michael (HNA vom 08.06.2019)

Schwalm-Eder – Wie ihre Vision einer modernen regionalen Genossenschaftsbank aussieht, was die Gegenwart an Herausforderungen bringt und mit welchem Ergebnis im vergangenen Jahr gewirtschaftet wurde: All das stellten die Vorstände der VR PartnerBank eG Chattengau-Schwalm-Eder in der Vertreterversammlung vor, die in der Waberner Mehrzweckhalle stattfand. Ob Digitalisierung, Online-Banking, Datenschutzverordnung, niedrige Zinsen oder zusätzliche Vorschriften für Banken: Die Anforderungen an eine Bank ändern sich permanent, auch in unseren ländlichen Regionen. „Wir stellen uns dem“, sagt Kai Mardorf, einer der vier Vorstände, im HNA-Gespräch. Als regionale Bank gelte das Interesse den Kunden und Mitgliedern, im persönlichen wie im digitalen Kontakt. „Für sie arbeiten wir“, betont auch Thomas Völker. Die Rede ist vom „hybriden Kunden“, der auf allen Wegen seine Geschäfte erledigen wolle, ob vor Ort im Gespräch in einer Filiale, zu Hause am PC oder unterwegs am Smartphone. Der Kunde wolle es vor allen Dingen bequem. Es müsse alle Zugangswege zur Bank gleichzeitig geben. „Wir wollen transparent, einfach, schnell und gut sein“, fasst Stefan Kördel den Anspruch zusammen. Voraussetzung für gute Arbeit seien vor allem die 222 Mitarbeiter, sagt Anja Kukuck-Peppler, deren Weiter- und Ausbildung. Wichtig sei es, zu lernen, dass man den Kunden gut zuhören müsse, um Wünsche zu erkennen. Auswirkungen auf das Bankgeschäft haben Unwägbarkeiten wie US-Sanktionen und Brexit, erwartet werden eine schwächere Konjunktur bei gleichzeitig zunehmenden gesetzlichen Vorschriften und einem dauerhaften historischen Zinstief. „Wir müssen unseren Kunden Alternativen aufzeigen zum konservativen Sparen“, sagt Thomas Völker. Dabei sei man im vergangenen Jahr auch erfolgreich gewesen. Bei all dem sei nach wie vor das persönliche Verhältnis zu den Kunden der entscheidende Vorteil einer regional tätigen Bank. Dass die Menschen diese enge Beziehung schätzten, sei auch in der Werbekampagne „Wir sind da“, deutlich geworden: Dafür haben sich Kunden fotografieren lassen und sich auf großformatigen Plakaten und Anzeigen zu „ihrer“ VR PartnerBank bekannt.

Vertreterversammlung wählt Aufsichtsrat
Die zweite Vertreterversammlung der VR PartnerBank nach der Fusion fand in Wabern statt. Jeweils für 75 Mitglieder wird im Vorfeld ein Vertreter gewählt. Diese Vertreter wählten in der Versammlung den Aufsichtsrat der Bank. Dem neuen Aufsichtsrat gehören jetzt Herbert Bringmann, Thomas Strack, Barbara Eckert, Axel Brede, Stefanie Lingemann, Helmar Pflock und Jürgen Jakob an. Die beiden Frauen sind neu in dem Gremium.

Mitgliederzahlen, Dividende und Bonus
Als Genossenschaftsbank gehört die VR PartnerBank den Mitgliedern. Deren Zahl wuchs im Jahr 2018 auf 30 683 (2017: 30 575). Alle Mitglieder erhalten eine Dividende von 2,5 Prozent und zusätzlich einen Bonus, der die Intensität der Geschäftsbeziehung honoriert. Insgesamt werden so 593 000 Euro ausgeschüttet.

Wachstum bei den Einlagen und Krediten
Die Bilanzsumme der VR PartnerBank stieg im vergangenen Jahr auf 1,208 Milliarden Euro (2017: 1,158 Mrd.). Auch das Volumen der Kundeneinlagen stieg um drei Prozent, die Kundenkredite auf 905 Mio. Euro. Die Heimatstiftungen verfügen über ein Stiftungskapital von 1,9 Mio. Euro, daraus flossen 250 000 Euro an Vereine und in Spendentöpfe.

Investitionen, Aufträge und Steuern
Um mehr Erträge zu erwirtschaften, investiert die Bank in Immobilien. Drei Projekte mit Mietwohnungen entstehen zurzeit in Gudensberg und Fritzlar, zwei Häuser in Gudensberg sind ab 1. August bezugsfertig, 30 von 33 Wohnungen schon vermietet. Für Investitionen gingen Aufträge in Höhe von 1,2 Mio. Euro an regionale Firmen, die Bank zahlte 2,9 Mio. Euro an Steuern in 2018.