Erfolgreicher Kraftakt

VR-Partnerbank Chattengau/Schwalm-Eder legte Geschäftsbericht nach Fusion vor

Der Start ist geglückt: Der Vorstand der VR PartnerBank Chattengau-Schwalm-Eder berichtete in der ersten Vertreterversammlung nach der Fusion über das Geschäftsjahr 2017. „Wir sind sehr zufrieden“, lautete im Gespräch mit der HNA die einhellige Bewertung der Zahlen von (von links) Kai Mardorf, Stefan Kördel, Anja Kukuck-Peppler und Thomas Völker. Foto: Ulrike Lange-Michael

HOMBERG. Sie ist mit einer Bilanzsumme von 1,158 Milliarden Euro in den Kreis der „Milliarden-Banken“ aufgestiegen und nunmehr die größte genossenschaftliche Bank im Landkreis: Die VR PartnerBank Chattengau-Schwalm-Eder, die vor einem Jahr durch Fusion entstanden ist. Am Mittwochabend legte der Vorstand den Geschäftsbericht 2017 der Vertreterversammlung vor, die zum ersten Mal zusammentrat.

Ob Kundenvolumen, -einladen oder -kredite, die Bank legte in allen Bereichen im Vergleich zu 2016 zu. Auch die Mitarbeiter- und Mitgliederzahl wurde gehalten. „Wir blicken auf ein mehr als zufriedenstellendes Geschäftsergebnis für 2017 zurück“, betonten die Vorstandsmitglieder Anja Kukuck-Peppler, Kai Mardorf, Stefan Kördel und Thomas Völker im Gespräch mit der HNA, das im Vorfeld der Vertreterversammlung stattfand. Es sei ein Kraftakt gewesen, die beiden Banken zusammen zu führen, betonte Thomas Völker, personell wie technisch. Die Umstellungen hätten jedoch gut funktioniert. In zwölf Versammlungen wurden die 407 Personen gewählt, die die Genossenschaftsmitglieder und deren Interessen jetzt vertreten.

Interessanter geworden
Die nun deutlich größere VR PartnerBank werde inzwischen besser wahrgenommen und sei durch ihre Leistungsfähigkeit für neue Kunden, gerade im Unternehmensbereich, interessanter geworden, sagte Stefan Kördel. Entlassungen habe es nach der Fusion keine gegeben, betonte Anja Kukuck-Peppler. Gutes Personal sei das Kapital der Bank, im Jahr 2017 habe man 13,7 Mio. Euro für die Mitarbeiter aufgewendet. Um Personal zu qualifizieren, habe man 300 000 Euro investiert. Auch bei der VR-Bank erlebe man, dass es nicht leicht sei, qualifizierten Nachwuchs zu finden. „Aber wir bieten jungen Leuten in der größeren Bank bessere Möglichkeiten zur Spezialisierung und gute Aufstiegschancen“, sagte Kai Mardorf. Banken konkurrierten inzwischen mit anderen großen Unternehmen um junge Leute.

Den Spagat zwischen Tradition und Moderne müsse man als Genossenschaftsbank schaffen, meinte Stefan Kördel. Der persönliche Kontakt zum Kunden sei zwar wichtig, aber die Digitalisierung werde weiter voranschreiten. Vier Mitarbeiter beschäftigten sich allein mit der Weiterentwicklung dieses Bereichs. Das Kundendialog-Center, das wochentags Telefonberatung und Chats von 8 bis 18 Uhr anbietet, wird eifrig genutzt, über 8000 Kontakte gebe es im Monat. Ganz neu ist ein digitaler Anlage-Assistent, der bei der Vertreterversammlung in der Homberger Stadthalle erstmals vorgestellt wurde. Damit können übers Internet problemlos Investments abgeschlossen werden.

Neu: Video-Banking
Geplant sind für dieses Jahr öffentlich nutzbare WLAN-Hotspots in allen Geschäftsstellen der Bank, außerdem soll das Video-Banking noch 2018 eingeführt werden.


Von Ulrike Lange-Michael (HNA 15. Juni 2018)

2017 in Zahlen

Kundenkredite
Die Kreditvergabe wuchs um 22 Mio. Euro auf 858 Mio. Euro. Über 500 Familien verhalf die
Bank mit der Immobilienfinanzierung zu einem Eigenheim. Über 800 Kunden finanzierten
private Anschaffungen über Kredite der VR PartnerBank.

Kundeneinlagen
Um 75 Mio. Euro nahmen die Kundeneinlagen zu, sie liegen jetzt bei 1,398 Milliarden Euro.
Das Guthaben in Form von Tagesgeldern und Sparbüchern stieg um 44 Mio. Euro. Nachgefragt sind Anlagen in Wertpapieren und Investmentfonds.

Einnahmen
Haupteinnahmen der Bank sind zum einen die Zinsen aus dem Kundenvolumen, außerdem der Überschuss für Dienstleistungen. Zinseinnahmen sind wegen des niedrigen Zinsniveaus um 1,3 Mio. Euro gesunken.

Mitarbeiter/Mitglieder
Die VR PartnerBank hat 30.575 Mitglieder, die eine Dividende und einen Bonus von knapp
600.000 Euro erhalten. 229 Mitarbeiter, davon 16 Auszubildende, arbeiten in der Bank.

Stiftung und Spenden
Das Stiftungskapital der Heimatstiftung ist auf 1,85 Mio. Euro gestiegen, daraus wurden 250.000 Euro an Spenden und Vereinsförderung ausgeschüttet. (ula)