Vom Benziner zum E-Auto

Schüler der Fritzlarer Technikklassen haben für 5.000 Euro einen Golf umgebaut

Mit Hilfe der Sponsoren ist das Projekt gelungen: (von links) Dirk Braun und Michael Machulik (Autohaus Range), Sandra und Kaylee Schnabl (Lackierbetrieb Eichenberg), Fabian Nitsch und Tommy Kral (Schüler der Maschinenbauklasse), Ute Frerking und Frank Wetzlaugk (Schulleitung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule), Dirk Beyer (Abteilungsleiter Technik), Christoph Klapsing (A+M Versicherung), Martin Kramer (Beschriftung und Design), Roland Gaber (Fraunhofer Institut) und Anja Kukuck-Peppler (VR PartnerBank)

FRITZLAR. Die Schüler und Lehrer der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule in Fritzlar sind bekannt für ihre Projektarbeiten. Da wird schon mal ein Ergometer zum Stromlieferanten, eine leere Wasserflasche zum Schwimmkörper für ein Solarboot oder eine windschnittige Seifenkiste zum Siegerfahrzeug beim Seifenkistenrennen. Die aktuelle Arbeit der Schüler für Maschinenbau und Elektrotechnik ist ein Elektrofahrzeug, das in mühevoller, zweijähriger Kleinarbeit vom Bezinfahrzeug zum Elektroauto umgerüstet wurde.

Wie Projektleiter Dirk Beyer sagte, waren zehn Schüler an dem Projekt beteiligt, die mit sehr viel Spaß und Engagement an die Arbeit herangingen. Einen riesengroßen Anteil haben allerdings auch die Sponsoren, ohne die diese Umrüstung nicht möglich gewesen wäre. Das Fritzlarer Autohaus Range hatte den Golf 3 zur Verfügung gestellt, die Auszubildenden des Autohauses arbeiteten während der Unterrichtseinheiten daran mit. Dazu kam die Firma Eichenberg, die dem in die Jahre gekommenen und optisch ramponierten Fahrzeug mit Ausbeul- und Lackierarbeiten ein glänzendes Outfit verpasst hat. Die VR PartnerBank eG Chattengau-Schwalm-Eder unterstützte das Projekt mit 3.500 Euro. Damit, so Dirk Beyer, wurden die elektrischen Antriebskomponenten, bestehend aus einem hocheffizienten Drehstrom- Synchronmotor, Stromrichter und der wartungsfreien BleiGel Batterien, zugekauft. Alle Komponenten stammen von einem bereits 1994 entwickelten ersten Serien-Elektro VW Golf 3 „Citystromer“, den Volkswagen bereits Mitte der 1990er-Jahre mit 120 Stück auf den Markt brachte. An der Entwicklung und Konstruktion der Fahrzeugkomponenten seinerzeit war maßgeblich Roland Gaber (Siemens AG) beteiligt, der seit zehn Jahren als Entwicklungsingenieur beim Fraunhofer-Institut IEE in Kassel beschäftigt ist.

Die Gesamtkosten für das fertige Fahrzeug beziffert Dirk Beyer mit 5.000 Euro. Den Versicherungsschutz für das Fahrzeug sponserte Christoph Klapsing von der A+M Versicherung und Martin Kramer steuerte seinen Anteil in Form von Beschriftung und Design des E-Golfs zu.Nachdem alle Systememehrfach geprüft wurden, soll der E-Golf in Kürze zugelassen werden. Er wird der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule als Verbindungsfahrzeug zwischen den beiden Schulstandorten Fritzlar und Homberg dienen.

Digitales Fahrtenbuch

Sinn und Zweck dieser Projektarbeit war es, den Schülern die Möglichkeiten der erneuerbaren Energie nahezubringen. Roland Gaber wird noch an der Schule zu einer öffentlichen Veranstaltung zu diesem Thema einladen. Derzeit arbeiten die Schüler der Klassen für Maschinenbau und Elektrotechnik an einem digitalen Fahrtenbuch. Mit einer App kann festgestellt werden, wo sich das Fahrzeug befindet und ob es verfügbar ist.

Peter Zerhau (HNA, 26. Januar 2018)